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Kleider machen Karriere: Warum Understatement und Pre-Owned-Luxus im Job punkten

Der Dresscode im Büro ist lockerer geworden, keine Frage. Hoodie-Freitage, Sneaker im Meeting, Jeans beim Kundentermin – vieles ist heute erlaubt, was vor zehn Jahren undenkbar gewesen wäre. Und trotzdem: Wer glaubt, Aussehen spiele im Berufsleben keine Rolle mehr, irrt sich. Es hat sich nur verschoben, wie und wo es zählt.

Warum Kleidung im Berufsleben noch immer zählt

Was die Forschung zeigt

Eine Untersuchung der Hochschule Fresenius hat 329 Personen gebeten, dieselben Menschen einmal im Business-Anzug und einmal in Jeans und T-Shirt zu bewerten. Das Ergebnis war eindeutig: Im formellen Look wurden die Probanden bei Attraktivität, Kompetenz und beruflichem Erfolg spürbar besser eingeschätzt. Interessant ist der Nebenbefund – ausgerechnet bei Vertrauenswürdigkeit schnitt die lässige Variante besser ab. Kleidung wirkt also nicht eindimensional, sondern sendet mehrere Signale gleichzeitig, und die muss man je nach Situation bewusst steuern.

Formell vs. lässig – die richtige Balance

Gerade im Bewerbungsgespräch lohnt es sich, im Zweifel eher etwas zu formell als zu leger aufzutreten – das deckt sich auch mit den praktischen Tipps aus den 10 goldenen Regeln fürs Vorstellungsgespräch. Im laufenden Job dagegen darf der Look ruhig persönlicher werden, solange er zur Unternehmenskultur passt. Die Kunst liegt darin, professionell zu wirken, ohne steif zu erscheinen.

Der Trend zum „Quiet Luxury“ im Büro

Der Trend zum "Quiet Luxury" im Büro

Understatement statt Logomanie

Auffällige Markenlogos sind spürbar aus der Mode gekommen. Stattdessen setzen viele Berufstätige auf unauffällige, aber hochwertige Teile – gute Schnitte, gute Materialien, wenig Schnickschnack. Das wirkt kompetent, ohne aufdringlich zu sein, und genau das kommt in den meisten Bürokulturen besser an als lautes Logo-Branding.

Investment-Stücke statt Fast Fashion

Statt jede Saison neue, günstige Teile zu kaufen, investieren immer mehr Menschen gezielt in einzelne, langlebige Stücke – eine gute Tasche, ein guter Mantel, gute Schuhe. Diese Teile halten länger durch, wirken hochwertiger und rechnen sich über die Zeit oft sogar günstiger als ständiger Fast-Fashion-Nachschub.

Pre-Owned Luxus als kluge – und nachhaltige – Wahl

Der Wiederverkaufsmarkt boomt

Dieser Trend zeigt sich auch in den Zahlen: Laut einer aktuellen Studie von BCG und Vestiaire Collective wächst der Wiederverkaufsmarkt für Luxusmode jährlich um rund 10 Prozent und damit dreimal schneller als der klassische Erstverkauf. Bei Handtaschen stammen inzwischen 40 Prozent der Modelle in befragten Kleiderschränken aus zweiter Hand – ein Beleg dafür, dass gebrauchter Luxus längst im Mainstream angekommen ist.

Worauf man beim Kauf gebrauchter Designerstücke achten sollte

Wichtig ist, nur bei Anbietern zu kaufen, die Echtheit und Zustand der Stücke tatsächlich prüfen. Wer zum Beispiel eine gebrauchte Dior Tasche sucht, findet auf spezialisierten Plattformen mit Echtheitsgarantie und Rückgaberecht eine deutlich sicherere Option als bei anonymen Kleinanzeigen. Für den Berufsalltag ist das doppelt attraktiv: ein hochwertiges, langlebiges Statement-Piece zu einem Bruchteil des Neupreises – und ein kleiner Beitrag zu weniger Neuproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Spielt Kleidung im Homeoffice überhaupt noch eine Rolle?

Ja, wenn auch anders. Bei Videocalls fällt vor allem der obere Teil des Outfits auf, und ein gepflegtes, aufgeräumtes Erscheinungsbild wirkt sich weiterhin auf den ersten Eindruck aus – auch am Bildschirm.

Ist „Quiet Luxury“ nur etwas für höhere Positionen?

Nein. Der Grundgedanke – wenige, gute Teile statt viel Beliebiges – lässt sich unabhängig vom Gehalt umsetzen, zum Beispiel durch gezielte Investitionen oder eben gebrauchte Designerstücke.

Wie erkenne ich seriöse Anbieter für gebrauchte Luxusware?

Achten Sie auf klare Angaben zur Echtheitsprüfung, transparente Zustandsbeschreibungen und ein Rückgaberecht. Seriöse Plattformen kommunizieren diese Punkte offen.

Verliert formelle Kleidung durch New Work und flache Hierarchien nicht an Bedeutung?

Die Bedeutung hat sich verschoben, ist aber nicht verschwunden. Studien zeigen weiterhin einen klaren Effekt formeller Kleidung auf die wahrgenommene Kompetenz, auch in Unternehmen mit lockerer Kultur.

Lohnt sich der Kauf von Pre-Owned-Luxus finanziell wirklich?

Bei gefragten, langlebigen Modellen ja: Der Wertverlust ist oft geringer als bei neuer, schnelllebiger Mode, und der Einstiegspreis liegt meist deutlich unter dem eines Neukaufs.

Fazit

Der Dresscode im Job ist lockerer geworden, aber nicht bedeutungslos. Wer bewusst auf wenige, hochwertige Teile setzt – ob neu oder mit Geschichte – wirkt professionell, ohne overdressed zu sein. Genau da trifft sich der alte Grundsatz „Kleider machen Leute“ mit einem sehr modernen Gedanken: weniger, aber besser.

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