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Vom Kollegen zur Führungskraft: So gelingt der Rollenwechsel im eigenen Team

Eine Beförderung aus den eigenen Reihen ist zunächst ein Zeichen von Vertrauen. Wer bisher als Kollege Teil des Teams war und plötzlich dessen Führung übernimmt, kennt die Abläufe, die Stärken der Mitarbeitenden und häufig auch die persönlichen Beziehungen sehr gut. Gleichzeitig beginnt damit eine neue berufliche Rolle, auf die viele erst vorbereitet werden müssen.

Denn der Wechsel vom Kollegen zur Führungskraft funktioniert nicht automatisch mit der neuen Stellenbezeichnung. Er muss bewusst gestaltet werden.

Die bisherige Beziehung neu definieren

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, die Balance zwischen Nähe und professioneller Distanz zu finden. Wer weiterhin versucht, mit allen Kollegen genauso eng verbunden zu bleiben wie vor der Beförderung, kann schnell in schwierige Situationen geraten. Entscheidungen über Aufgaben, Arbeitszeiten oder Leistung müssen unabhängig von persönlichen Beziehungen getroffen werden.

Gleichzeitig wäre es falsch, plötzlich eine künstliche Distanz aufzubauen. Das Team kennt die neue Führungskraft bereits und wird sehr genau beobachten, ob sie authentisch bleibt. Entscheidend ist daher nicht, weniger menschlich zu werden, sondern die eigene Rolle klarer zu definieren.

In einem Beitrag des CIPD wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass der Wechsel vom Kollegen zur Führungskraft klare professionelle Grenzen und Erwartungen erfordert.

Erwartungen offen kommunizieren

Gerade in der Anfangsphase sollten neue Führungskräfte nicht versuchen, alles allein herauszufinden. Ein offenes Gespräch mit dem Team kann helfen, Unsicherheiten früh anzusprechen. Dabei geht es nicht darum, die eigene Autorität zu rechtfertigen. Viel wichtiger ist es, Erwartungen zu klären: Wie soll Zusammenarbeit künftig funktionieren? Welche Verantwortung liegt bei wem? Wie werden Entscheidungen getroffen?

Klare Strukturen geben dabei Orientierung. Das gilt besonders dann, wenn ehemalige Kollegen nun Aufgaben übernehmen müssen, die ihnen von der neuen Führungskraft zugewiesen werden. Verbindliche Absprachen und nachvollziehbare Entscheidungen schaffen Vertrauen und verhindern, dass persönliche Beziehungen zum Maßstab für Führungsentscheidungen werden.

Ein Blick auf die Bedeutung klarer Rollen und Verantwortlichkeiten lohnt sich auch im Zusammenhang mit der Teameffektivität. Führung beeinflusst wesentlich, ob Mitarbeitende wissen, was von ihnen erwartet wird und wie sie zum gemeinsamen Ergebnis beitragen.

Fairness statt Bevorzugung

Besonders heikel kann der Umgang mit Freunden oder engen Kollegen werden. Selbst wenn die Führungskraft objektiv fair handelt, können Entscheidungen schnell anders wahrgenommen werden. Deshalb sollten Kriterien möglichst transparent sein.

Wer bekommt interessante Projekte? Wer erhält zusätzlich Verantwortung? Wie wird Leistung bewertet? Je nachvollziehbarer diese Entscheidungen sind, desto weniger Raum bleibt für Spekulationen.

Dabei sollte die Führungskraft auch akzeptieren, dass nicht jeder ehemalige Kollege den Rollenwechsel sofort positiv aufnimmt. Enttäuschung oder Skepsis sind nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass die Führungskraft etwas falsch gemacht hat. Wichtig ist, solche Reaktionen ernst zu nehmen und bei Bedarf das persönliche Gespräch zu suchen.

Führung muss gelernt werden

Führung muss gelernt werden

Fachliche Kompetenz ist häufig der Grund dafür, dass Mitarbeitende befördert werden. Sie allein macht jedoch noch keine gute Führungskraft.  Delegieren, Feedback geben, Konflikte ansprechen, Entscheidungen treffen und das Team einbeziehen sind eigene Führungskompetenzen.

Wer neu in eine Führungsrolle kommt, sollte deshalb nicht erwarten, vom ersten Tag an alles perfekt zu beherrschen. Ein Seminar für neue Führungskräfte von Rosenkranz kann dabei helfen, typische Situationen zu reflektieren und das eigene Führungsverhalten gezielt weiterzuentwickeln.

Authentisch bleiben, aber Verantwortung übernehmen

Der wichtigste Schritt beim Rollenwechsel besteht letztlich darin, die neue Position anzunehmen, ohne die eigene Persönlichkeit aufzugeben. Eine Führungskraft muss nicht plötzlich härter, distanzierter oder autoritärer auftreten. Sie muss jedoch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und auch unangenehme Gespräche zu führen.

Aus dem ehemaligen Kollegen wird dann nicht einfach ein anderer Mensch, sondern jemand mit einer neuen Aufgabe. Wenn dieser Unterschied klar kommuniziert und konsequent gelebt wird, kann aus dem schwierigen Rollenwechsel ein stabiler und vertrauensvoller Start in die Führung werden.

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