Wer mit dem Gedanken spielt, Freund und Helfer der Nation zu werden, stellt sich früher oder später die alles entscheidende Frage: Wie viel verdient man als Polizist pro Monat?
Ist das Konto am Ende des Monats so sicher wie die Weste im Dienst, oder bleibt der große Reichtum ein ungelöster Fall? In Deutschland ist das Polizei Gehalt kein Staatsgeheimnis, aber durch den Föderalismus und die verschiedenen Laufbahnen ein ziemliches Labyrinth.
Machen wir also reinen Tisch und schauen uns die nackten Zahlen an, damit du weißt, ob sich der Einsatz zwischen Blaulicht und Schreibtischarbeit auch finanziell für dich lohnt.
Wie viel verdient man als Polizist pro Monat in Deutschland?
In Deutschland ist der Polizist in der Regel Beamter. Das bedeutet, man spricht nicht von einem klassischen Lohn, sondern von einer Besoldung. Diese richtet sich nach dem Besoldungsgesetz des Bundes oder des jeweiligen Bundeslandes.
Wenn du dich fragst, wie viel verdient man als Polizist pro Monat, dann liegt der Durchschnitt für Einsteiger im mittleren Dienst oft zwischen 2.500 € und 2.900 € brutto.
Klingt erst mal solide, aber nicht nach Luxusvilla? Warte ab. Das Besondere am Beamtendasein ist das Netto vom Brutto. Da Polizisten keine Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung in der Form wie Angestellte zahlen müssen, bleibt deutlich mehr in der Tasche.
Ein Single ohne Kinder hat im mittleren Dienst oft schon zu Beginn rund 2.100 € bis 2.300 € netto zur Verfügung. Wer verheiratet ist oder Kinder hat, bekommt Familienzuschläge obendrauf, die das Gehalt merklich nach oben schrauben.
Wie hoch ist das Mindestgehalt eines Polizeibeamten?
Einen echten „Mindestlohn“ gibt es bei der Polizei nicht, aber es gibt Einstiegsstufen. Wer im mittleren Dienst (Laufbahngruppe 1.2) startet, beginnt meist in der Besoldungsgruppe A7. Das absolute Minimum liegt hier bundesweit selten unter 2.400 € brutto als Grundgehalt.
Hinzu kommen jedoch fast immer Zulagen für den Schichtdienst, Wochenendarbeit oder Gefahrenzulagen. Diese „Polizeizulage“ sorgt dafür, dass das reale Einkommen fast immer über dem theoretischen Basiswert liegt.
Polizist in der Ausbildung: Was landet während der Lehrzeit auf dem Konto?
Bevor du auf Streife gehst, musst du durch die harte Schule. Die gute Nachricht: Du wirst von Tag eins an bezahlt. Als Polizist in der Ausbildung (Anwärter genannt) erhältst du Anwärterbezüge.
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Mittlerer Dienst: Hier liegt der Anwärtergrundbetrag meist zwischen 1.300 € und 1.500 € brutto.
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Gehobener Dienst (duales Studium): Wer direkt als Kommissar einsteigen will, absolviert ein Studium und bekommt meist etwas mehr, oft um die 1.500 € bis 1.600 € brutto.
In vielen Bundesländern ist dieses Geld fast „netto gleich brutto“, da nur minimale Abzüge anfallen. Wer also während der Ausbildung noch bei den Eltern wohnt oder in einer günstigen Polizeikaserne unterkommt, kann hier schon ordentlich sparen.
Wie hoch ist das Gehalt bei der Polizei NRW?
Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland und hat eine entsprechend große Landespolizei. Hier gibt es eine Besonderheit: NRW stellt fast nur noch im gehobenen Dienst ein. Das bedeutet, du absolvierst ein dual aufgebautes Studium an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung.
Was bedeutet das für den Verdienst? In NRW startest du nach dem Studium direkt als Polizeikommissar in der Besoldungsgruppe A9. Das Einstiegsgehalt liegt hier inklusive Zulagen oft bei ca. 3.300 € brutto. Netto bedeutet das für einen jungen, ledigen Beamten in NRW oft rund 2.600 €.
Damit gehört NRW im bundesweiten Vergleich zu den attraktiveren Arbeitgebern für Einsteiger, da der mittlere Dienst dort faktisch kaum noch existiert.
Das Gehalt nach Bundesland im Check
Es ist kein Geheimnis: Wo du arbeitest, bestimmt, was du ausgibst – und was du bekommst.
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Bayern & Baden-Württemberg: Hier ist die Besoldung oft am höchsten, aber die Lebenshaltungskosten (Stichwort München oder Stuttgart) fressen einen Teil des Vorsprungs wieder auf.
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Ostdeutschland: In den neuen Bundesländern wurde das Gehaltsniveau stark angepasst, liegt aber in der Basis oft noch einen Hauch unter den Spitzenreitern im Süden.
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Bundespolizei: Wer beim Bund arbeitet, wird nach der Bundesbesoldungsordnung bezahlt. Das ist oft sehr lukrativ, vor allem wenn man in Spezialeinheiten oder im Objektschutz tätig ist.
Berufserfahrung und Aufstieg: Der Weg zum Spitzengehalt
Niemand bleibt ewig auf der Einstiegsstufe. Das System der Polizei ist flexibel, was die zeitliche Entwicklung angeht: Mit zunehmender Berufserfahrung steigst du automatisch in den Erfahrungsstufen auf. Alle paar Jahre gibt es also eine kleine „automatische“ Gehaltserhöhung.
Wer mehr will, muss befördert werden. Vom Polizeikommissar (A9) zum Oberkommissar (A10) oder Hauptkommissar (A11/A12). In der Besoldungsgruppe A12 oder A13 (Erster Polizeihauptkommissar) kann das Bruttogehalt dann schon mal die Marke von 5.000 € bis 6.000 € knacken.
Hier spielt die Verantwortung eine große Rolle – wer Personal führt oder in Ermittlungsbehörden wie dem LKA spezialisiert arbeitet, wird entsprechend entlohnt.
Fazit: Wie viel verdient man als Polizist pro Monat und lohnt sich der Job finanziell?
Wer fragt „wie viel verdient man als Polizist pro Monat“, bekommt als Antwort ein Paket aus Sicherheit und solider Bezahlung. Du wirst nicht über Nacht zum Millionär, aber du genießt eine Krisensicherheit, die in der freien Wirtschaft selten ist.
Das Netto-Einkommen ist durch die geringen Sozialabzüge und die Beihilfe (private Krankenversicherung für Beamte) oft höher, als man bei den Bruttozahlen vermuten würde.





