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(Ex-)Mitarbeiter mit Rufmord auf Online-Plattformen: Wie damit umgehen?

Ein ehemaliger Mitarbeiter erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber und plötzlich stehen diese öffentlich bei Kununu, Google oder anderen Bewertungsplattformen. Für Sie als Unternehmer kann das unangenehme Folgen haben, denn schließlich lesen nicht nur Bewerber solche Beiträge, sondern möglicherweise auch Kunden und Geschäftspartner.

Besonders schwierig wird die Situation, wenn persönliche Konflikte aus einem früheren Arbeitsverhältnis öffentlich ausgetragen werden. Wie sollten Personalverantwortliche darauf reagieren, ohne einen Streit weiter anzuheizen? Und wann ist es sinnvoll, rechtliche Schritte einzuleiten.

Wenn aus einem Mitarbeiterkonflikt ein Reputationsproblem wird?

Wenn aus einem Mitarbeiterkonflikt ein Reputationsproblem wird?

Nicht jede schlechte Arbeitgeberbewertung basiert auf einem großen Konflikt, manchmal fühlen sich Mitarbeiter von Kleinigkeiten gestört.

Typische Gründe für negative Bewertungen sind:

  • Unzufriedenheit mit der Bezahlung
  • die Arbeitsbedingungen
  • der Führungsstil

Es ist für Arbeitnehmer prinzipiell erlaubt, die Erfahrungen öffentlich zu schildern. Anders sieht es aus, wenn jemand bewusst falsche Anschuldigungen verbreitet oder eine andere Person angreift und herabwürdigt. Aus einer Auseinandersetzung kann sonst schnell ein Problem für die gesamte Unternehmensreputation werden.

Besonders auf Arbeitgeberplattformen wie Kununu können entsprechende Beiträge die Wahrnehmung eines Betriebes beeinflussen. Bei möglicherweise rechtswidrigen Bewertungen sollten Personalverantwortliche eine rechtliche Einschätzung einholen und sich über die Möglichkeiten zur Entfernung solcher Inhalte informieren. Wenn Sie sich als Unternehmensverantwortlicher mit den Voraussetzungen und dem Verfahren näher beschäftigen möchten, können Sie hier mehr lesen.

Gut zu wissen: Wichtig ist der Unterschied zwischen zulässiger Kritik und Schmähkritik. Auch scharfe Kritik muss von Ihnen als Arbeitgeber hingenommen werden, wenn sie gerechtfertigt ist oder die persönliche Meinung des Arbeitnehmers widerspiegelt. „Rufmord“ ist nicht gleichbedeutend damit, ob wirklich ein rechtlicher Verstoß vorliegt.

Unüberlegte Reaktionen vergrößern den Schaden schnell ungewollt

Wenn Sie sich als Unternehmer mit einem öffentlichen Angriff konfrontiert sehen, ist der Wunsch nach einer schnellen Gegenreaktion nachvollziehbar. Insbesondere wenn es Sie persönlich trifft oder Sie die Kritik nicht nachempfinden können, sind persönliche Emotionen keine Seltenheit.

Durch eine impulsive Reaktion befeuern Sie den Konflikt aber unnötig. Wenn Sie einem früheren Mitarbeiter öffentlich mit Konsequenzen drohen oder vertrauliche Informationen aus dem Arbeitsverhältnis preisgeben, schaffen Sie zusätzliche Probleme. Klären Sie im ersten Moment nur, wer im Betrieb für die Korrespondenz in solchen Situationen verantwortlich ist.

In einem großen Unternehmen macht es Sinn, sich zwischen Personalabteilung, Unternehmenskommunikation und Rechtsabteilung zu besprechen. In kleineren Betrieben sollte eine feste Person bestimmt werden, die Informationen sammelt und Maßnahmen koordiniert. So verhindern Sie, dass verschiedene Kräfte widersprüchliche Stellungnahmen veröffentlichen.

Welche Folgen öffentliche Vorwürfe für das Recruiting haben

Wenn ein Arbeitnehmer den Arbeitsmarkt nach einem neuen Job durchsucht, gehören Arbeitgeberbewertungen häufig zu den ersten Anlaufstellen. Besonders bei unbekannten Unternehmen vermitteln Erfahrungsberichte einen ersten Eindruck von der Unternehmenskultur. Tauchen wiederholt schwere Vorwürfe oder Kritiken auf, führt das zu Fragen. Bewerber möchten wissen, ob Führungskräfte respektvoll mit Beschäftigten umgehen und wie das Unternehmen interne Konflikte löst.

Problematisch wird es vor allem dann, wenn negative Beiträge unbeantwortet bleiben und das Unternehmen selbst kaum Informationen zu den eigenen Arbeitsbedingungen bereitstellt.

Die HR-Verantwortlichen Ihres Betriebes sollten die Arbeitgeberkommunikation deshalb nicht ausschließlich auf Stellenanzeigen beschränken. Es hilft, wenn stattdessen echte Einblicke in den Arbeitsalltag und transparate Entwicklungsmöglichkeiten bereitstehen.

Sehr wichtig: Verzichten Sie auf künstlich erzeugte positive Bewertungen. Kununu untersagt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen jegliche Beeinflussung von Mitarbeitern, insbesondere durch Benefits wie Vergünstigungen oder auch durch Druck.

Nehmen Sie interne Konflikte frühzeitig ernst

Nehmen Sie interne Konflikte frühzeitig ernst

Wird ein Streit öffentlich ausgetragen, ist er meist auf einer Vorgeschichte entstanden. Vielleicht gab es im Betrieb bereits Unstimmigkeiten oder eine Kündigung wurde vom Mitarbeiter als ungerecht empfunden. Manchmal eignen sich einzelne Führungskräfte auch nicht optimal zur Führung eines Teams und werden dann öffentlich kritisiert. Nicht jede schwere Anschuldigung ist automatisch berechtigt, doch trotzdem sollten Sie die Hintergründe immer prüfen.

Personalverantwortliche sollten nachvollziehen, ob es schon während des Arbeitsverhältnisses Beschwerden gab und wie damit umgegangen wurde. Gab es Gespräche oder wurden die Probleme einfach beiseite gelegt?

Besonders wenn es um Trennungsprozesse geht, kann eine respektvolle Kommunikation entscheidend sein. Werden Angestellte ohne ausreichende Erklärung plötzlich mit der Kündigung konfrontiert, entstehen schnell zusätzliche Spannungen.

Innerbetrieblich helfen strukturierte Austrittsgespräche dabei, vorhandene Probleme aufzudecken. Voraussetzung ist aber auch hier, dass ehemalige Mitarbeiter ihre Erfahrungen offen schildern können, ohne dabei negative Konsequenzen zu befürchten.

Wann eine öffentliche Stellungnahme sinnvoll ist

Nicht auf jeden Vorwurf muss das Unternehmen direkt reagieren. Bei besonders aggressiven Beiträgen ist es sogar sinnvoller, die rechtliche Bewertung abzuwarten und Ruhe zu bewahren.

In anderen Fällen ist eine sachliche Stellungnahme eine Lösung, um die Perspektive des Betriebes darzustellen. Die Antwort sollte den Verfasser der Kritik nicht angreifen oder widerlegen wollen, sondern die Ernsthaftigkeit der eigenen Bemühungen belegen.

Dabei helfen grundsätzlich Sachlichkeit, Vertraulichkeit und Offenheit für ein Gespräch. Es macht einen guten Eindruck, wenn das kritisierte Unternehmen eine Klärung anbietet und auf unsachliche Formulierungen und Gegenkritik verzichtet.

Für die Zukunft ist es ratsam, die Online-Reputation dauerhaft im Auge zu halten und nicht erst bei aktuellen und negativen Bewertungen zu reagieren. Das wirkt authentischer und zeigt, dass der Betrieb Wert auf eine gehobene interne Kommunikation legt.

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