Mobbing am Arbeitsplatz ist eine Realität, die viele Menschen in Deutschland betrifft. Wenn die Belastung zu groß wird, kann eine Krankschreibung wegen Mobbing notwendig sein. Sie schützt die Gesundheit der betroffenen Person und gibt Zeit, um neue Kraft zu schöpfen.
Doch was bedeutet das arbeitsrechtlich und wie sollten Betroffene vorgehen, wenn sie aufgrund von Mobbing krankgeschrieben sind? Dieser Artikel erklärt ausführlich, wie Sie sich richtig verhalten, welche Rechte das Arbeitsrecht bietet und welche Schritte helfen, das Mobbing zu beenden.
Was Mobbing am Arbeitsplatz bedeutet und warum es so gefährlich ist
Mobbing am Arbeitsplatz beschreibt ein systematisches Schikanieren, Diskriminieren oder Ausgrenzen einer Person über einen längeren Zeitraum. Es kann sowohl durch Vorgesetzte als auch durch Kollegen erfolgen. Oft sind es kleine Handlungen, die sich summieren und das Selbstwertgefühl des Opfers zerstören.
Das klassische Mobbing äußert sich durch Demütigungen, ungerechte Kritik, Gerüchte oder das gezielte Ignorieren von Mitarbeitenden. Manche erleben Bossing, also Mobbing durch die Führungskraft. Andere werden durch Kollegen gemobbt, die versuchen, sie aus dem Team zu drängen.
Dass Mobbing am Arbeitsplatz psychische und körperliche Symptome verursachen kann, ist medizinisch längst belegt. Viele Betroffene leiden unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Angstzuständen. In solchen Fällen ist eine Krankschreibung wegen Mobbing oft der einzige Weg, um die eigene Gesundheit zu schützen und die Situation zu überdenken.
Die rechtliche Bedeutung einer Krankschreibung wegen Mobbing
Eine Krankschreibung wegen Mobbing hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch rechtliche Bedeutung. Sie signalisiert dem Arbeitgeber, dass die betroffene Person aufgrund der Arbeitsbedingungen oder des Umgangs am Arbeitsplatz arbeitsunfähig ist.
Nach dem Arbeitsrecht besteht Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, auch wenn die Arbeitsunfähigkeit durch psychische Belastung entstanden ist. Wichtig ist, dass die ärztliche Bescheinigung korrekt ausgestellt wird und der Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit informiert wird. Die konkrete Ursache – also das Mobbing – muss dabei nicht in der Diagnose stehen.
Für Arbeitnehmer ist eine Krankschreibung ein Schutzinstrument. Sie schafft Abstand und verhindert, dass sich die gesundheitliche Lage verschlechtert. Gleichzeitig dokumentiert sie, dass Mobbing nicht nur seelisch, sondern auch körperlich krank machen kann, was später bei rechtlichen Schritten eine wichtige Rolle spielt.
Formen des Mobbings und ihre Folgen für die Gesundheit
Mobbing tritt in vielen Formen auf. Es reicht von gezieltem Ignorieren über Spott und Beleidigungen bis hin zu beruflicher Diskriminierung. Häufig werden Aufgaben entzogen oder bewusst Fehler provoziert, um Betroffene bloßzustellen. In besonders schweren Fällen kann sogar die Arbeitsleistung sabotiert werden.
Diese Formen von Schikane führen langfristig zu psychischen Problemen. Viele Opfer entwickeln Depressionen, Angstzustände oder körperliche Beschwerden wie Magenleiden. Wenn die Belastung zu groß wird, kann das in einer Krankschreibung wegen Mobbing enden.
Der Körper reagiert auf ständigen Stress mit Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Wer dauerhaft gemobbt wird, verliert nicht nur die Freude an der Arbeit, sondern oft auch das Vertrauen in Kollegen und Vorgesetzte. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu handeln, bevor die Gesundheit dauerhaft Schaden nimmt.
Mobbing und Arbeitsrecht: Welche Rechte Betroffene haben
Das Arbeitsrecht schützt Arbeitnehmer vor unzumutbaren Arbeitsbedingungen. Mobbing stellt eine Verletzung der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers dar. Das bedeutet, dass Arbeitgeber verpflichtet sind, für ein gesundes Arbeitsumfeld zu sorgen und Mobbing am Arbeitsplatz zu unterbinden.
Betroffene können sich an den Betriebsrat oder an die Personalabteilung wenden. Wenn diese Stellen keine Lösung finden, kann auch ein Fachanwalt für Arbeitsrecht eingeschaltet werden. Ein Fachanwalt kann prüfen, ob das Verhalten des Mobbers gegen arbeitsrechtliche Vorschriften verstößt und ob eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung wegen Mobbing gerechtfertigt ist.
In besonders schweren Fällen kann der Arbeitgeber verpflichtet sein, das Opfer zu versetzen oder eine Abfindung zu zahlen, wenn die Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist. Auch Schmerzensgeld kann verlangt werden, wenn der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nicht nachgekommen ist.
Wann eine Krankschreibung wegen Mobbing notwendig ist
Nicht jede unangenehme Situation rechtfertigt sofort eine Krankschreibung wegen Mobbing. Doch wenn das Verhalten der Kollegen oder des Vorgesetzten über längere Zeit anhält und die psychische Belastung steigt, ist es ratsam, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Der Arzt kann eine Arbeitsunfähigkeit feststellen, wenn die betroffene Person aufgrund von Stress oder Erschöpfung ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Dabei wird die Diagnose vertraulich behandelt, sie erscheint nicht auf der Bescheinigung für den Arbeitgeber.
Eine Krankschreibung dient nicht nur der Erholung, sondern auch als Signal, dass die Situation ernst ist. Sie zeigt, dass Mobbing gesundheitliche Folgen hat und nicht länger hingenommen werden kann. Wer regelmäßig krankgeschrieben ist, sollte außerdem prüfen lassen, ob arbeitsrechtliche Schritte notwendig sind.
Wie Sie sich richtig verhalten, wenn Sie krankgeschrieben sind
Wer krankgeschrieben ist, sollte sich in dieser Zeit auf die Genesung konzentrieren. Es ist wichtig, Abstand von der belastenden Umgebung zu gewinnen und die Erlebnisse zu verarbeiten. Gespräche mit einem Therapeuten oder Arzt können helfen, die psychische Belastung zu verringern.
Gleichzeitig sollten Betroffene alle Mobbingvorfälle dokumentieren. Ein Mobbing-Tagebuch ist ein wichtiges Beweismittel, wenn später rechtliche Schritte eingeleitet werden. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, beteiligte Personen und genaue Beschreibung der Vorfälle.
Während der Krankschreibung können Sie auch Kontakt zum Betriebsrat oder zu einem Fachanwalt aufnehmen. Der Betriebsrat kann vermitteln oder den Arbeitgeber zur Handlung auffordern. Ein Anwalt wiederum kann prüfen, ob eine Kündigung, eine Abfindung oder ein Anspruch auf Schmerzensgeld gerechtfertigt ist.
Wichtig ist, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Niemand darf Sie zwingen, während der Krankschreibung zur Arbeit zurückzukehren. Das Arbeitsrecht schützt Ihre Arbeitsunfähigkeit ausdrücklich.
Vorgehen bei Mobbing am Arbeitsplatz
Wer am Arbeitsplatz gemobbt wird, sollte systematisch vorgehen. Der erste Schritt ist, das Mobbing anzusprechen. Suchen Sie das Gespräch mit dem Vorgesetzten, sofern dieser nicht selbst beteiligt ist. Bleibt die Situation unverändert, wenden Sie sich an die Personalabteilung oder an den Betriebsrat.
Falls keine Verbesserung eintritt, kann ein Fachanwalt für Arbeitsrecht helfen. Er berät Sie, wie Sie gegen Mobbing rechtlich vorgehen können. Eine Abmahnung oder eine ordentliche Kündigung des Mobbers sind mögliche Schritte, wenn die Vorwürfe bewiesen werden können.
Wenn das Mobbing Ihre Gesundheit bereits beeinträchtigt hat, ist eine Krankschreibung wegen Mobbing sinnvoll. Sie gibt Ihnen Zeit, sich zu stabilisieren, und dokumentiert zugleich, dass das Verhalten am Arbeitsplatz zu ernsthaften Problemen geführt hat.
Langfristig sollte das Ziel sein, das Mobbing zu beenden. Arbeitgeber haben die Pflicht, solche Konflikte zu unterbinden und für ein respektvolles Arbeitsumfeld zu sorgen.
Kündigung und arbeitsrechtliche Konsequenzen bei Mobbing
Mobbing kann auch zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen. Der Arbeitgeber darf den Mobber abmahnen oder kündigen, wenn sich das Verhalten als schwerwiegende Pflichtverletzung erweist. Eine Kündigung wegen Mobbing ist möglich, wenn die Schikanen nachweislich das Betriebsklima schädigen oder die Gesundheit anderer gefährden.
Auch das Opfer kann kündigen, wenn die Situation unerträglich wird. In diesem Fall sollte man sich jedoch rechtlich beraten lassen, um Nachteile zu vermeiden. Unter Umständen kann eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sein, wenn der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht verletzt hat.
Ein Fachanwalt kann außerdem prüfen, ob eine Abfindung oder ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht. Die Chancen steigen, wenn Beweise wie E-Mails, Zeugenaussagen oder ein Mobbing-Tagebuch vorliegen. Eine Krankschreibung wegen Mobbing kann auch hier eine Rolle spielen, da sie dokumentiert, dass die psychische Belastung medizinisch relevant ist.
Verantwortung der Arbeitgeber und Pflichten nach dem Arbeitsrecht
Arbeitgeber sind verpflichtet, Mobbing am Arbeitsplatz zu unterbinden. Das Arbeitsrecht schreibt vor, dass sie eine sichere und respektvolle Arbeitsumgebung schaffen müssen. Dazu gehört, auf Beschwerden einzugehen und Maßnahmen zu ergreifen, sobald Anzeichen von Mobbing erkennbar sind.
Führungskräfte tragen eine besondere Verantwortung. Sie sollten nicht wegsehen, wenn sie erkennen, dass Mitarbeitende gemobbt werden. Ein rechtzeitiges Eingreifen kann verhindern, dass die Situation eskaliert oder zu einer Krankschreibung wegen Mobbing führt.
Ein respektvolles Betriebsklima fördert nicht nur das Wohlbefinden der Beschäftigten, sondern auch die Produktivität. Arbeitgeber, die ihre Fürsorgepflicht ernst nehmen, vermeiden hohe Krankenstände und stärken das Vertrauen ihrer Mitarbeitenden.
Wie Betroffene wieder Vertrauen und Stabilität finden
Nach einer Krankschreibung wegen Mobbing ist der Weg zurück in den Berufsalltag oft schwierig. Viele Betroffene fühlen sich unsicher oder fürchten, dass sich die Situation wiederholt. Es ist daher wichtig, behutsam vorzugehen und Unterstützung zu suchen.
Gespräche mit einem Psychotherapeuten oder einer Beratungsstelle helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Auch Selbsthilfegruppen oder der Austausch mit anderen Mobbingopfern können entlastend wirken. Wenn möglich, sollte eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz nur erfolgen, wenn das Umfeld sich nachweislich verbessert hat.
Manchmal ist ein Arbeitsplatzwechsel die beste Entscheidung. Ein neuer Anfang kann helfen, Selbstvertrauen zurückzugewinnen und die Belastung hinter sich zu lassen. Wichtig ist, dass Betroffene verstehen, dass Mobbing nichts mit persönlichem Versagen zu tun hat, sondern mit Fehlverhalten anderer.
Fazit: Krankschreibung wegen Mobbing
Mobbing am Arbeitsplatz ist ein ernstes Thema, das nicht ignoriert werden darf. Eine Krankschreibung wegen Mobbing ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein notwendiger Schritt, um die eigene Gesundheit zu schützen. Das Arbeitsrecht bietet klare Regelungen, um Opfer zu unterstützen und Arbeitgeber zur Verantwortung zu ziehen.
Wer gemobbt wird, sollte frühzeitig handeln, Beweise sichern und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Arbeitgeber wiederum müssen ihrer Fürsorgepflicht nachkommen und Mobbing aktiv bekämpfen. Nur so kann ein Arbeitsumfeld entstehen, das von Respekt, Sicherheit und Vertrauen geprägt ist.
FAQs: Krankschreibung wegen Mobbing – Wir antworten auf Ihre Fragen
Wie lange kann ein Arzt wegen Mobbing krankschreiben?
Die Dauer einer Krankschreibung wegen Mobbing hängt vom individuellen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab. Bei akuten psychischen Belastungen stellen Ärzte zunächst eine Krankschreibung für ein bis zwei Wochen aus. Wenn sich der Zustand in dieser Zeit nicht verbessert, kann die Krankschreibung verlängert werden.
In schweren Fällen, etwa bei Depressionen, Angststörungen oder psychosomatischen Beschwerden, kann die Arbeitsunfähigkeit auch über mehrere Wochen oder sogar Monate bestehen bleiben.
Der Arzt entscheidet dabei immer nach medizinischer Notwendigkeit. Wichtig ist, regelmäßig Rücksprache mit dem Arzt zu halten, um den Heilungsverlauf zu beobachten.
Eine langfristige Krankschreibung kann auch den Weg für eine therapeutische Behandlung ebnen, etwa durch Psychotherapie oder Rehabilitationsmaßnahmen. Ziel ist stets, die betroffene Person gesundheitlich zu stabilisieren, bevor sie wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrt.
Was sage ich dem Arzt wegen Mobbing?
- Schildern Sie ehrlich, welche Situationen am Arbeitsplatz zu Ihrer Belastung führen.
- Beschreiben Sie, wie lange das Mobbing bereits anhält und welche Personen beteiligt sind.
- Erwähnen Sie körperliche Symptome wie Schlafprobleme, Kopfschmerzen oder Herzrasen.
- Sprechen Sie offen über Ihre psychische Verfassung, etwa Angst, Druck oder Erschöpfung.
- Bitten Sie den Arzt ausdrücklich um Unterstützung, wenn Sie eine Krankschreibung benötigen.
- Erwähnen Sie gegebenenfalls, dass Sie bereits versucht haben, das Problem intern zu klären.
Soll man sich bei Mobbing krankschreiben lassen?
Ja, wenn das Mobbing zu starker psychischer oder körperlicher Belastung führt, ist eine Krankschreibung sinnvoll. Sie dient dem Schutz der Gesundheit und verschafft Abstand zur belastenden Situation. Viele Betroffene unterschätzen, wie stark sich Mobbing auf das Wohlbefinden auswirkt.
Eine Krankschreibung ermöglicht es, sich ärztliche und therapeutische Unterstützung zu holen, um die Situation aufzuarbeiten. Während dieser Zeit kann auch überlegt werden, wie ein weiterer Umgang mit dem Arbeitgeber oder dem Mobber aussehen soll.
Wichtig ist, dass die betroffene Person sich in dieser Phase nicht schuldig fühlt. Eine Krankschreibung bedeutet nicht Aufgeben, sondern ist ein Schritt zur Genesung und zum Selbstschutz.
Wie beweist man Mobbing am Arbeitsplatz?
| Beweismittel | Beschreibung | Zweck |
|---|---|---|
| Mobbing-Tagebuch | Tägliche Aufzeichnungen über Vorfälle, Datum, Uhrzeit, beteiligte Personen und Inhalte | Dient als glaubwürdige Dokumentation von wiederholtem Mobbing |
| Zeugen | Aussagen von Kollegen, die Mobbing beobachtet haben | Stützt die eigene Darstellung durch unabhängige Wahrnehmung |
| E-Mails oder Chatverläufe | Schriftliche Kommunikation mit beleidigendem oder ausschließendem Inhalt | Beweis für systematisches Verhalten oder Demütigungen |
| Ärztliche Atteste | Dokumentation psychischer oder körperlicher Folgen | Nachweis gesundheitlicher Schäden durch Mobbing |
| Schriftliche Beschwerden | Eingereichte Meldungen bei Personalabteilung oder Betriebsrat | Belegt, dass der Arbeitgeber über die Situation informiert wurde |
| Fachanwaltliche Beratung | Unterstützung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht | Hilft bei der Beweissicherung und bei rechtlichen Schritten |






