Die Euro-Scheine Abstimmung eröffnet Millionen Menschen im Euroraum erstmals die Möglichkeit, an der Gestaltung einer neuen Banknotenserie mitzuwirken. Nachdem die Europäische Zentralbank im Juli 2026 die zehn Finalentwürfe veröffentlicht hat, können Bürgerinnen und Bürger ihre bevorzugte Motivwelt auswählen. Damit beginnt die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung als Bargeld.
Der Ausgang der Abstimmung beeinflusst, welche Motive die neuen Banknoten in den kommenden Jahrzehnten tragen werden. Im Mittelpunkt stehen nicht nur moderne Sicherheitsmerkmale, sondern auch die Frage, welches Bild Europa künftig auf seiner gemeinsamen Währung vermitteln möchte. Dieser Artikel zeigt den aktuellen Stand, die Hintergründe und den weiteren Zeitplan.
Vom neutralen Erscheinungsbild zur neuen Generation der Euro-Banknoten
Als der Euro 2002 als Bargeld eingeführt wurde, entschied sich die Europäische Zentralbank bewusst gegen reale Bauwerke oder bekannte Persönlichkeiten. Stattdessen schmückten abstrakt gestaltete Tore, Fenster und Brücken die Scheine. Diese neutrale Gestaltung sollte vermeiden, einzelne Mitgliedstaaten hervorzuheben.
Mit der kommenden Banknotenserie schlägt die EZB einen neuen Weg ein. Erstmals stehen echte Motive im Mittelpunkt, die Europa kulturell oder landschaftlich repräsentieren. Gleichzeitig wird die Währung durch moderne Sicherheitsmerkmale gegen Fälschungen weiter verbessert.
Neue Euro-Scheine 2026: So läuft die Auswahl ab
Am 23. Juli 2026 hat die Europäische Zentralbank zehn finale Gestaltungsvorschläge präsentiert. Sie bilden den Abschluss eines internationalen Design-Wettbewerbs und markieren den Beginn der öffentlichen Beteiligung.
Bis zum 21. September 2026 können Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Online-Umfrage ihren Favoriten auswählen. Die Ergebnisse fließen anschließend in die Entscheidung des EZB-Rats ein, der Ende 2026 das endgültige Design der neuen Euro-Banknoten festlegt.
Zwei Konzepte stehen zur Wahl
| Themenwelt | Merkmale |
|---|---|
| Europäische Kultur | Historische Persönlichkeiten wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie und Leonardo da Vinci auf der Vorderseite. Die Rückseite zeigt kulturelle Einrichtungen und Orte der Begegnung in Europa. |
| Flüsse und Vögel | Europäische Flusslandschaften sowie heimische Vogelarten wie Eisvogel, Weißstorch, Basstölpel und Mauerläufer auf der Vorderseite. Die Rückseite zeigt Symbole und Gebäude europäischer Institutionen. |
Beide Konzepte sollen die gemeinsame Identität Europas widerspiegeln. Während das eine den kulturellen Reichtum des Kontinents hervorhebt, setzt das andere auf Natur, Landschaften und die Verbindung der Mitgliedstaaten.
Euro-Scheine Abstimmung zeigt einen historischen Kurswechsel
Die Euro-Scheine Abstimmung steht für einen grundlegenden Wandel in der Gestaltung europäischer Banknoten. Während die bisherige Serie bewusst anonym gehalten wurde, rücken nun reale Menschen, Landschaften und gemeinsame Werte in den Mittelpunkt.
Das Kulturkonzept würdigt bedeutende Persönlichkeiten, die Europa geprägt haben. Ludwig van Beethoven steht für Musik, Marie Curie für wissenschaftlichen Fortschritt und Leonardo da Vinci für Kreativität und Innovation. Die Vorderseite zeigt jeweils die Persönlichkeit, während die Rückseite kulturelle Begegnungsorte darstellt.
Das Naturkonzept setzt auf europäische Flüsse und heimische Vogelarten wie Eisvogel, Weißstorch, Basstölpel oder Mauerläufer. Ergänzt werden diese Motive durch Darstellungen europäischer Einrichtungen wie dem Europäischen Parlament oder dem Gerichtshof.
Nicht jeder unterstützt die Naturmotive
Der österreichische Designer Robert Kalina, der die ersten Euro-Scheine entwarf, äußerte sich kritisch über das Naturthema. Nach seiner Auffassung gehörten Vögel eher auf Briefmarken als auf die wichtigste Währung Europas. Seine Aussage sorgte in vielen Ländern für Diskussionen über die künftige Gestaltung der Banknoten.
Das bleibt trotz neuer Motive unverändert
Auch wenn sich das Erscheinungsbild deutlich verändert, bleiben viele grundlegende Merkmale erhalten. Die Farben und Formate der einzelnen Banknoten ändern sich nicht. Der Fünfer bleibt grau, der Zehner rot, der Zwanziger blau, der Fünfziger orange, der Hunderter grün und der Zweihunderter gelb.
Diese Entscheidung erleichtert Menschen mit Sehbeeinträchtigungen weiterhin die Orientierung. Gleichzeitig können Geldautomaten und Kassensysteme ohne größere technische Anpassungen genutzt werden. Hinzu kommen neue Sicherheitsmerkmale, die den Schutz vor Fälschungen weiter erhöhen.
Der Weg bis zur Einführung der neuen Scheine
Die aktuelle Bürgerbeteiligung ist Teil eines außergewöhnlich umfangreichen Projekts. Bereits vor Beginn des Design-Wettbewerbs beteiligten sich mehr als 365.000 Menschen aus ganz Europa an den ersten Konsultationen. Damit zählt das Verfahren zu den größten Beteiligungsprozessen, die die Europäische Zentralbank bislang durchgeführt hat.
Nach Abschluss der Abstimmung werden die endgültigen Entwürfe technisch umgesetzt und für die Produktion vorbereitet. Die neuen Banknoten sollen frühestens ab 2028 oder 2029 schrittweise in Umlauf gebracht werden. Bis dahin behalten sämtliche bisherigen Euro-Scheine uneingeschränkt ihre Gültigkeit.
Welche Euro-Scheine gibt es heute?
Derzeit umfasst die Euro-Banknotenserie die Stückelungen zu 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Euro. Der 500-Euro-Schein wird zwar nicht mehr neu ausgegeben, bleibt jedoch weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel.
Auch nach der Einführung der neuen Serie werden alte und neue Banknoten zunächst parallel genutzt. Erst über einen längeren Zeitraum zieht die Europäische Zentralbank die bisherigen Scheine nach und nach aus dem Verkehr.
Fazit: Euro-Scheine Abstimmung
Die Euro-Scheine Abstimmung ist ein Meilenstein in der Geschichte der gemeinsamen europäischen Währung. Erstmals entscheiden Bürgerinnen und Bürger mit, welche Motive die nächste Generation der Banknoten prägen soll. Nach der Veröffentlichung der zehn Finalentwürfe liegt der nächste Schritt beim EZB-Rat, der Ende 2026 das endgültige Design auswählt. Bis die neuen Euro-Banknoten ab 2028 oder 2029 schrittweise in Umlauf kommen, bleibt zwar noch etwas Zeit, doch die Zukunft des Euro wird bereits heute gestaltet.





