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Neue Euro Scheine: Diese Motive könnten bald Ihr Portemonnaie verändern

Die Diskussion um neue Euro Scheine nimmt Fahrt auf. Erstmals seit der Einführung der Gemeinschaftswährung arbeitet die Europäische Zentralbank an einer vollständig neuen Gestaltung aller Euro-Banknoten. Seit dem 23. Juli 2026 stehen zehn finale Entwürfe fest, über die Bürgerinnen und Bürger in einer europaweiten Abstimmung mitentscheiden können. Eine Entscheidung über das künftige Erscheinungsbild wird voraussichtlich Ende 2026 getroffen.

Der Austausch der Banknoten dient jedoch nicht nur der Optik. Moderne Sicherheitsmerkmale, eine bessere Erkennbarkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sowie eine stärkere europäische Identität spielen eine zentrale Rolle. Bis die ersten neuen Geldscheine ausgegeben werden, vergehen zwar noch einige Jahre, doch schon heute zeichnet sich ab, wie Europas Bargeld künftig aussehen könnte. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Motive zur Auswahl stehen, wann die Einführung geplant ist und weshalb die bisherigen Scheine ihren Wert behalten.

Wann gibt es neue Euro-Scheine?

Wann gibt es neue Euro-Scheine?

Viele Menschen gehen davon aus, dass die neuen Banknoten bereits 2026 oder 2027 ausgegeben werden. Tatsächlich befindet sich das Projekt noch in einer wichtigen Entscheidungsphase. Die Europäische Zentralbank hat Ende Juli 2026 zehn finale Gestaltungsvorschläge veröffentlicht und gleichzeitig eine europaweite Bürgerbefragung gestartet. Bis zum 21. September 2026 können Europäerinnen und Europäer online ihre Favoriten auswählen.

Der EZB-Rat möchte auf Grundlage der Umfrage, fachlicher Bewertungen und der Empfehlung einer unabhängigen Jury Ende 2026 das endgültige Erscheinungsbild bestimmen. Erst danach beginnt die technische Entwicklung der Banknoten. Dazu gehören umfangreiche Tests, Sicherheitsprüfungen sowie die Vorbereitung der Druckereien und der Bargeldlogistik.

Nach aktuellem Zeitplan gelangen die neuen Banknoten frühestens ab 2028 oder 2029 in den Umlauf. Einen festen Einführungstermin gibt es bislang nicht, weil sämtliche Geldautomaten, Einzahlungsgeräte, Fahrkartenautomaten und Zählmaschinen auf die neue Euro-Banknotenserie vorbereitet werden müssen. Dieser Vorlauf verhindert Störungen im täglichen Zahlungsverkehr.

Warum die Euro-Banknoten ein neues Design erhalten

Die heutige Serie begleitet Europa bereits seit vielen Jahren. Zwar wurden einzelne Stückelungen mit der zweiten Serie modernisiert, das Grundkonzept stammt jedoch aus der Zeit, als der Euro eingeführt wurde. Inzwischen haben sich sowohl die Anforderungen an Sicherheitsmerkmale als auch die technischen Möglichkeiten deutlich weiterentwickelt.

Ein weiteres Ziel besteht darin, die Geldscheine stärker mit den Menschen in Europa zu verbinden. Während die erste Serie ausschließlich fiktive Bauwerke mit Tore und Fenster sowie Brücken verschiedener Zeitalter und Stile zeigte, sollen künftige Motive einen direkteren Bezug zur europäischen Geschichte oder zur Natur herstellen. Gleichzeitig soll die Haptik verbessert werden, damit Menschen mit Sehbeeinträchtigungen Banknoten leichter unterscheiden können.

Von anonymen Bauwerken zu identitätsstiftenden Motiven

Der österreichische Designer Robert Kalina entwickelte Anfang der 2000er Jahre bewusst fiktive Bauwerke. Kein Mitgliedstaat sollte bevorzugt werden, weshalb weder reale Brücken noch bekannte Gebäude verwendet wurden. Dieses Konzept prägte die erste Serie der Euro-Banknoten über mehr als zwei Jahrzehnte.

Eine kuriose Folge dieser Entscheidung entstand in den Niederlanden. Der Designer Robin Stam baute in Spijkenisse mehrere dieser erfundenen Brücken später als echte Bauwerke nach. Das ungewöhnliche Projekt entwickelte sich zu einer bekannten Sehenswürdigkeit und zeigt, welchen kulturellen Einfluss selbst fiktive Motive entfalten können.

Neue Euro Scheine: Der aktuelle Stand der EZB und der Online-Umfrage

Neue Euro Scheine: Der aktuelle Stand der EZB und der Online-Umfrage

Neue Euro Scheine sind das Ergebnis eines Projekts, das bereits seit mehreren Jahren läuft und einem klar definierten Zeitplan folgt. Nach Themenfindung, Bürgerbefragungen und einem europaweiten Gestaltungswettbewerb präsentierte die EZB am 23. Juli 2026 die zehn finalen Entwürfe. Mehr als 1.200 Einreichungen von Grafikdesignerinnen und Grafikdesignern aus ganz Europa waren zuvor bewertet worden. Die verbliebenen Gestaltungsvorschläge bilden nun die Grundlage für die nächste Entscheidung.

Parallel dazu läuft die Online-Umfrage der EZB. Bis September 2026 können Bürgerinnen und Bürger ihre Favoriten bewerten und damit Feedback der europäischen Bevölkerung geben. Dieses Stimmungsbild fließt gemeinsam mit den Einschätzungen von Fachgremien in die Entscheidung ein. Die endgültige Auswahl trifft jedoch der EZB-Rat voraussichtlich zum Jahresende.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte bei der Vorstellung der Entwürfe, dass Bargeld auch künftig ein wichtiges Zahlungsmittel bleiben soll. Die Neugestaltung der Euro-Banknoten soll deshalb Sicherheit, Wiedererkennbarkeit und europäische Identität miteinander verbinden. Gleichzeitig sollen die neuen Motive die Vielfalt des Kontinents besser widerspiegeln als die bisherige Banknotenserie.

So läuft die Entscheidung bis Ende 2026 ab

Bis zur endgültigen Auswahl stehen noch mehrere Schritte an. Nach Abschluss der Bürgerbefragung werden die Ergebnisse ausgewertet und den Mitgliedern des EZB-Rats vorgelegt. Erst danach fällt die Entscheidung über das endgültige Motiv sowie den Produktionszeitplan.

Anschließend beginnt die technische Umsetzung. Jede einzelne Banknote muss zahlreiche Tests bestehen, damit sie in Geldautomaten, Einzahlungsautomaten und Zählmaschinen zuverlässig erkannt wird. Erst wenn diese Prüfungen abgeschlossen sind, kann die Serienproduktion beginnen.

Wie sollen die neuen €-Scheine aussehen?

Zum ersten Mal seit der Einführung des Euro stehen nicht mehr ausschließlich abstrakte Architekturmotive zur Auswahl. Die Europäische Zentralbank hat sich auf zwei Motivwelten festgelegt, die beide einen deutlich stärkeren Bezug zu Europa herstellen als die bisherigen Scheine.

Die erste Themenwelt trägt den Namen „Europäische Kultur“. Auf der Vorderseite erscheinen bekannte Persönlichkeiten, die Europa wissenschaftlich, kulturell oder musikalisch geprägt haben. Die Rückseite zeigt Orte des Lernens, der Kultur und des gesellschaftlichen Austauschs. Damit soll die gemeinsame Geschichte Europas sichtbar werden.

Die zweite Themenwelt trägt den Titel „Flüsse und Vögel“. Hier stehen heimische Vogelarten sowie europäische Flusslandschaften im Mittelpunkt. Auf der Rückseite werden europäische Institutionen dargestellt, die den Zusammenhalt innerhalb der Europäischen Union symbolisieren. Beide Entwürfe unterscheiden sich deutlich vom bisherigen Erscheinungsbild der Euro-Banknoten.

Die Motivwelt „Europäische Kultur“

Die Themenreihe „Europäische Kultur“ setzt auf bekannte historische Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen.

Geplant sind unter anderem:

  • 5 Euro: Maria Callas
  • 10 Euro: Ludwig van Beethoven
  • 20 Euro: Marie Curie
  • 50 Euro: Miguel de Cervantes
  • 100 Euro: Leonardo da Vinci
  • 200 Euro: Bertha von Suttner

Auf den Rückseiten finden sich Bibliotheken, Universitäten, Museen sowie weitere Orte, an denen Wissen, Kunst und Bildung vermittelt werden. Ziel ist es, den kulturellen Reichtum Europas sichtbar zu machen.

Die Motivwelt „Flüsse und Vögel“

Die alternative Entwurfsreihe konzentriert sich vollständig auf Natur und Umwelt. Sie zeigt charakteristische Vogelarten Europas entlang verschiedener Flusslandschaften.

Zu den Motiven gehören unter anderem:

  • Eisvogel
  • Weißstorch
  • Mauerläufer
  • Bienenfresser
  • Seeadler
  • Basstölpel

Unter anderem ist auf einem Entwurf ein Schwarm von Bienenfressern dargestellt. Die Flüsse stehen sinnbildlich für das Wasser des Lebens in Europa und verbinden zahlreiche Regionen über Landesgrenzen hinweg. Die Rückseiten zeigen Einrichtungen wie das Europäische Parlament oder andere europäische Institutionen und unterstreichen den Gedanken gemeinsamer Verantwortung.

Welche Sicherheitsmerkmale erhalten die künftigen Banknoten?

Nicht nur das Aussehen verändert sich. Ebenso wichtig sind moderne Sicherheitsmerkmale, die Fälschungen noch schwieriger machen sollen. Die Europäische Zentralbank entwickelt ihre Schutztechnologien kontinuierlich weiter, da auch Fälscher immer professionellere Verfahren einsetzen.

Geplant sind neue optische Effekte, verbesserte Hologramme und weiterentwickelte Druckverfahren. Hinzu kommen deutlich fühlbare Reliefstrukturen entlang der Ränder. Diese erleichtern Menschen mit Sehbeeinträchtigungen das Erkennen der jeweiligen Stückelung der Banknoten, ohne dass technische Hilfsmittel benötigt werden. Moderne Sicherheitsmerkmale sollen außerdem den Handel und Banken bei der Echtheitsprüfung unterstützen.

Ein wichtiger Punkt bleibt unverändert: Form und Farbe der einzelnen Stückelungen ändern sich kaum. Der 5-Euro-Schein bleibt grau, der 10-Euro-Schein rot, der 20-Euro-Schein blau, der 50-Euro-Schein orange, der 100-Euro-Schein grün und der 200-Euro-Schein gelb. Auch die Abmessungen bleiben gleich. Dadurch entstehen für Automatenbetreiber in ganz Europa deutlich geringere Umrüstungskosten, weil bestehende Sensoren weiterhin genutzt werden können.

Wie lange sind die alten Euro-Scheine noch gültig?

Wie lange sind die alten Euro-Scheine noch gültig?

Rund um die Einführung einer neuen Euro-Banknotenserie kursieren regelmäßig Gerüchte, wonach ältere Scheine nach einer bestimmten Frist ihren Wert verlieren. Für die bevorstehende Umstellung trifft das jedoch nicht zu. Die bisherigen Euro-Banknoten bleiben auch nach der Einführung der neuen Serie gesetzliches Zahlungsmittel und können weiterhin im Alltag verwendet werden.

Selbst wenn einzelne Banknoten später schrittweise aus dem Umlauf genommen werden, verlieren sie ihren Wert nicht. Die nationalen Zentralbanken des Eurosystems tauschen sie unbefristet gegen neue Banknoten um. Auch die Deutsche Bundesbank weist regelmäßig darauf hin, dass Bargeld seinen Wert behält und ältere Scheine nicht plötzlich ungültig werden.

Wer also einen 10-, 20- oder 50-Euro-Schein aus der heutigen Serie besitzt, muss sich keine Sorgen machen. Die alten und die neuen Scheine werden über viele Jahre parallel im Umlauf sein. Erst wenn beschädigte oder stark abgenutzte Exemplare nach und nach aus dem Zahlungsverkehr verschwinden, steigt der Anteil der neuen Banknoten kontinuierlich an.

Warum bleiben beide Serien gleichzeitig im Umlauf?

Eine sofortige Umstellung wäre organisatorisch kaum möglich. Milliarden Banknoten befinden sich derzeit in Portemonnaies, Geldautomaten, Banken und Unternehmen in ganz Europa. Ein gleichzeitiger Austausch würde den Zahlungsverkehr erheblich belasten.

Aus diesem Grund erfolgt der Wechsel schrittweise. Immer wenn Banken oder Händler stark beanspruchte Banknoten bei den Zentralbanken einreichen, werden diese aussortiert und nach und nach durch Exemplare der neuen Serie ersetzt. Dieses Verfahren hat sich bereits bei den Banknoten der zweiten Serie bewährt.

Wann wurde das Design der Euro-Scheine geändert?

Die erste Serie der Euro-Banknoten kam gemeinsam mit dem Bargeld am 1. Januar 2002 in Umlauf. Entworfen wurden die Scheine vom österreichischen Designer Robert Kalina. Seine Motive zeigten Tore und Fenster auf der Vorderseite sowie Brücken auf der Rückseite. Alle Bauwerke waren bewusst fiktiv gestaltet, um kein einzelnes Land innerhalb Europas hervorzuheben.

Im Jahr 2013 begann die Einführung der zweiten Serie, die auch als Europa-Serie bekannt ist. Diese erhielt modernisierte Sicherheitsmerkmale und ein Porträt der Europa als zusätzliches Echtheitsmerkmal im Hologramm und Wasserzeichen. Die neuen 100- und 200-Euro-Banknoten erschienen 2019 und schlossen die Modernisierung der gesamten Serie ab. Der 500-Euro-Schein wurde dagegen eingestellt und gehört nicht mehr zur künftigen Stückelung der Banknoten.

Mit der jetzt geplanten Serie der Euro-Banknoten erfolgt erstmals seit 2002 eine vollständige gestalterische Neuausrichtung. Anders als bei der zweiten Serie geht es diesmal nicht nur um modernisierte Sicherheitsmerkmale, sondern um ein vollständig neues Erscheinungsbild der gesamten Währung.

Wie sehen die neuen 5 € Scheine aus?

Ein endgültiges Motiv für den 5-Euro-Schein steht derzeit noch nicht fest. Die Europäische Zentralbank hat jedoch mehrere Gestaltungsvorschläge veröffentlicht, aus denen der EZB-Rat Ende 2026 einen Sieger auswählt. Je nachdem, welche Themenwelt gewinnt, fällt das Erscheinungsbild unterschiedlich aus.

Entscheidet sich die Notenbank für die Motivwelt „Europäische Kultur“, zeigt die Vorderseite Maria Callas. Auf der Rückseite ist eine Szene mit Straßenkunst und öffentlichem Kulturleben vorgesehen. Gewinnt hingegen die Themenwelt „Flüsse und Vögel“, erscheint auf dem Geldschein ein europäischer Vogel in einer Flusslandschaft, ergänzt durch eine europäische Institution auf der Rückseite.

Unabhängig vom späteren Motiv bleiben die wichtigsten Erkennungsmerkmale erhalten. Der 5-Euro-Schein behält seine graue Grundfarbe und seine bisherigen Abmessungen. Dadurch funktionieren Geldautomaten, Kassen- und Zählmaschinen weiterhin ohne aufwendige Umbauten, was europaweit hohe Kosten vermeidet.

Fazit: Neue Euro Scheine bringen mehr als nur ein neues Aussehen

Neue Euro Scheine markieren die größte gestalterische Veränderung seit der Einführung des Euro-Bargelds im Jahr 2002. Nach der Vorstellung der zehn finalen Entwürfe im Juli 2026 können Bürgerinnen und Bürger bis zum 21. September 2026 ihre Favoriten auswählen, bevor der EZB-Rat voraussichtlich Ende 2026 die endgültige Entscheidung trifft. Mit einer Einführung ist nach heutigem Stand frühestens ab 2028 oder 2029 zu rechnen.

Unabhängig davon, welche Motivwelt gewinnt, verfolgt die Europäische Zentralbank mehrere Ziele gleichzeitig. Neue Sicherheitsmerkmale sollen Fälschungen erschweren, verbesserte Reliefstrukturen erleichtern Menschen mit Sehbeeinträchtigungen den Umgang mit Bargeld und die neuen Motive sollen Europas gemeinsame Identität stärker widerspiegeln. Gleichzeitig bleiben Farben, Formate und Stückelungen unverändert, damit Geldautomaten und Kassensysteme weiterhin zuverlässig funktionieren.

Für Verbraucher gibt es keinen Grund zur Sorge. Die bisherigen Euro-Banknoten behalten ihren Wert und bleiben auch nach Einführung der neuen Serie gesetzliches Zahlungsmittel. Selbst wenn ältere Banknoten nach und nach aus dem Umlauf verschwinden, können sie zeitlich unbegrenzt bei den nationalen Zentralbanken umgetauscht werden. Die kommende Banknotenserie steht somit für mehr Sicherheit und eine moderne Gestaltung, ohne den Alltag im Zahlungsverkehr unnötig zu verändern.

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