Sonja Promock beobachtet in ihrer Arbeit immer wieder ein zentrales Muster: Viele Menschen treffen Karriereentscheidungen nach äußeren Erwartungen statt nach innerer Klarheit. Sie wählen Branchen, Positionen oder Karrierewege, weil diese als erfolgreich gelten oder weil ihr Umfeld sie empfiehlt. Doch wenn berufliche Rollen nicht zur eigenen Persönlichkeit passen, entsteht langfristig ein wachsender Energieverlust. Genau an diesem Punkt beginnen viele Menschen zu hinterfragen, ob ihr bisheriger Weg wirklich der richtige ist.
Sonja Promock begleitet Führungskräfte und Fachkräfte dabei, ihre berufliche Identität neu zu verstehen und Entscheidungen bewusster zu treffen. In ihrer Arbeit verbindet sie Executive Search, Karriereberatung und Persönlichkeitsanalyse zu einem ganzheitlichen Ansatz.
Im Interview erklärt sie, warum mangelnde Selbstklarheit viele Karrieren blockiert, weshalb klassische Persönlichkeitstests oft zu kurz greifen und wie Menschen durch ein tieferes Verständnis ihrer eigenen Entscheidungs- und Arbeitslogik wieder Klarheit für ihren beruflichen Weg gewinnen.
Interview mit Sonja Promock
Warum scheitern viele Karriereentscheidungen an mangelnder Selbstklarheit?
Viele Karriereentscheidungen werden auf Basis äußerer Kriterien getroffen: Welche Ausbildung wirkt attraktiv? Welche Branche gilt als erfolgreich? Welche Position bringt Status oder Sicherheit?
Gerade am Anfang einer beruflichen Laufbahn orientieren sich viele Menschen stark an Vorbildern, Erwartungen aus dem Umfeld oder gesellschaftlichen Vorstellungen davon, was als „guter Karriereweg“ gilt. Sie entscheiden sich für eine Ausbildung, ein Studium oder eine Branche, weil sie diese bei anderen bewundern oder weil sie ihnen empfohlen wurde.
Was dabei oft fehlt, ist eine grundlegende Reflexion darüber, welche Arbeitsweise, welche Rollen und welche Entscheidungslogik eigentlich zur eigenen Persönlichkeit passen.
Hinzu kommt, dass wir sehr früh lernen sollen, genau zu wissen, was wir beruflich wollen. Häufig schon mit Anfang zwanzig. Die Realität ist jedoch, dass sich viele Menschen im Laufe ihres Lebens weiterentwickeln und neue Seiten an sich entdecken.
Wenn diese Selbstklarheit fehlt, werden Karriereentscheidungen häufig eher von äußeren Erwartungen als von innerer Orientierung gesteuert. Das kann lange funktionieren, führt aber oft irgendwann zu einem Punkt, an dem Menschen sich fragen: Passt dieser Weg eigentlich wirklich zu mir?
Was passiert, wenn Menschen in Rollen arbeiten, die nicht zu ihrer inneren Logik passen?
Wenn eine Rolle nicht zur inneren Arbeits- und Entscheidungslogik eines Menschen passt, zeigt sich das meistens nicht sofort. Gerade leistungsorientierte Menschen können eine unpassende Rolle lange kompensieren. Langfristig entstehen jedoch häufig bestimmte Muster.
Der Energieaufwand steigt, weil Menschen permanent gegen ihre natürliche Arbeitsweise arbeiten müssen. Entscheidungen werden anstrengender, Meetings kosten mehr Kraft und der Arbeitsalltag fühlt sich zunehmend belastend an.
Viele berichten in solchen Phasen auch von Erschöpfung oder Frustration, obwohl sie objektiv erfolgreich sind. Eine Kundin sagte einmal zu mir: „Ich wusste nie, warum ich manchmal völlig erschöpft aus Besprechungen herausgehe. Heute verstehe ich, was mir Energie gibt und was sie mir raubt.“
Von außen wirkt die Karriere vielleicht weiterhin erfolgreich. Intern erleben viele jedoch eine zunehmende Distanz zu ihrer eigenen Rolle oder das Gefühl, nicht wirklich am richtigen Platz zu sein. Oft ist genau dieser Moment der Ausgangspunkt für eine neue Form der beruflichen Orientierung.
Sie nutzen Human Design als Analyseinstrument. Wie setzen Sie es im beruflichen Kontext konkret ein?
Human Design nutze ich als Analyseinstrument, um individuelle Talente, Entscheidungs- und Arbeitsmuster besser zu verstehen. Vereinfacht gesagt kann man es sich wie eine Art energetischen Fingerabdruck vorstellen, der auf den Geburtsdaten basiert. Dieser Fingerabdruck zeigt, wie Menschen Energie einsetzen, Entscheidungen treffen und in welchen Kontexten sie besonders wirksam arbeiten können.
Im Laufe unseres Lebens kommt jedoch viel Konditionierung hinzu. Durch Erziehung, Ausbildung, berufliche Erwartungen oder gesellschaftliche Vorstellungen davon, wie Arbeit „funktionieren“ sollte. Viele Menschen arbeiten deshalb unbewusst gegen sich.
Im beruflichen Kontext nutze ich Human Design daher nicht als starres System, sondern als Reflexionsinstrument. Es hilft Menschen zu verstehen, warum bestimmte Arbeitsweisen für sie gut funktionieren und andere dauerhaft Energie kosten.
Im Career Compass 7-Codes wird dieses Verständnis mit weiteren Reflexionsmethoden kombiniert, sodass Menschen ihre eigene berufliche Identität klarer erkennen und fundiertere Entscheidungen treffen können.
Sonja Promock über Karriere und Selbstklarheit
Warum reichen klassische Persönlichkeitstests für Führungsentscheidungen oft nicht aus?
Klassische Persönlichkeitstests können durchaus hilfreiche Hinweise liefern, zum Beispiel zu Kommunikationsstilen oder Verhaltenspräferenzen. Sie beschreiben jedoch meist statische Eigenschaften.
In der Realität geht es in beruflichen Rollen, insbesondere in Führungsrollen, jedoch stark um Dynamik. Wie treffen Menschen Entscheidungen? Wie gehen sie mit Druck oder Verantwortung um? Wie setzen sie ihre Energie ein?
Diese Prozesse lassen sich nur begrenzt über standardisierte Tests abbilden.
Deshalb arbeite ich in meiner Beratung mit einem ganzheitlicheren Ansatz. Neben analytischen Instrumenten spielen strukturierte Reflexion, persönliche Erfahrungen und die konkrete berufliche Situation eine große Rolle.
Erst aus dieser Kombination entsteht ein wirklich differenziertes Bild darüber, welche Rolle zu einer Person passt und wo ihre größte Wirksamkeit entstehen kann.
Welche Veränderungen erleben Führungskräfte, wenn ihre Entscheidungen wirklich zur eigenen Persönlichkeit passen?
Wenn berufliche Entscheidungen stärker zur eigenen Persönlichkeit passen, entsteht vor allem eines: Klarheit.
Viele Menschen berichten, dass Entscheidungen plötzlich leichter werden, weil sie nicht mehr ausschließlich von äußeren Erwartungen geprägt sind. Sie verstehen besser, welche Art von Arbeit ihnen Energie gibt und welche nicht.
Das führt häufig zu bewussteren Entscheidungen und zu einem stärkeren Gefühl von Eigenverantwortung für die eigene berufliche Entwicklung.
Auch die Wirksamkeit in der eigenen Rolle verändert sich. Menschen arbeiten fokussierter, kommunizieren klarer und können ihre Stärken gezielter einsetzen. Viele beschreiben diesen Prozess nicht unbedingt als radikale Veränderung, sondern eher als eine bewusste Weiterentwicklung ihrer beruflichen Rolle.
Was möchten Sie Interessierten gerne mitgeben und wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?
Wendepunkte in der beruflichen Entwicklung sind völlig normal. Sie entstehen oft dann, wenn Menschen beginnen, ihre Karriere nicht mehr nur als Abfolge von Positionen zu betrachten, sondern als Ausdruck ihrer Persönlichkeit und ihrer Werte.
Gerade in solchen Momenten kann es sehr hilfreich sein, sich bewusst Zeit für Reflexion zu nehmen und die eigene berufliche Identität klarer zu verstehen.
Für diesen Prozess habe ich den Career Compass 7-Codes entwickelt. Es ist ein vierwöchiges Programm, das Menschen dabei unterstützt, ihre berufliche Richtung neu zu reflektieren und Entscheidungen zu treffen, die sowohl strategisch als auch persönlich stimmig sind.
Weitere Informationen finden Interessierte auf meiner Website.
Über Sonja Promock
Sonja Promock ist Personalberaterin und begleitet seit vielen Jahren Menschen und Organisationen bei wichtigen beruflichen Entscheidungen. In ihrer Arbeit verbindet sie Executive Search, Karriereberatung und Persönlichkeitsanalyse. Mit ihrem Programm „Career Compass 7-Codes Prozess“ unterstützt sie Menschen an Wendepunkten ihrer Karriere dabei, ihre berufliche Identität zu klären und ihre nächste Rolle bewusst zu gestalten.





